Mittwoch, 19. November 2008

fdH oder "Bier statt Tortilla" ?

Um das mal gleich vorneweg zu nehmen: wurde wohl nichts aus meinem Vorsatz, diesen Blog wöchentlich zu aktualisieren... Aber schliesslich bin ich eine viel beschäftigte Studentin. Und es soll ja auf die Qualität und nicht die Quantität ankommen (die ich hier eigentlich versuche zu leisten).

Obwohl jetzt doch eigentlich Winterspeck zulegen angesagt wäre, ist bei mir mal wieder Zeit zum Diäten. Denn in ein paar Wochen gehts schon wieder los nach Mexiko. Und als Frau habe ich da natürlich das Gefühl, dass ich wie frisch verhungert aussehen muss, um mich im Bikini sehen lassen zu können.
Letztes Semester wars schon mal so weit: ich sagte dem Winterspeck den Kampf an und beschloss eine Diät muss her. Und zwar eine erfolgreiche. Da ich wusste die fdH-Diät (friss die Hälfte) funktioniert bei mir eh nicht, entschied ich mich für die „einmal weniger zum Kühlschrank dafür einmal mehr ins Fitness“-Diät. Habe mich dann also tatsächlich zwei Mal pro Woche in meine Sportklamotten gezwängt und, so mehr oder weniger zum ersten Mal seit mich keine Pädagogen mehr dazu zwingen können, eine Turnhalle betreten. Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass es Spass macht! Nur abgenommen habe ich nicht. Meine Träume von locker sitzenden Hosen gegen Semesterende sind leider geplatzt. (Bitte hier keine Kommentare für mögliche Gründe dafür abgeben, bin überzeugt, dass ich sie schon alle gehört habe).
Dann ging ich 3 Monate nach Mexiko, wo ich ein alles andere als gesundes Leben führte, von Sport schon gar keine Rede. Als ich schliesslich wieder heimatlichen Boden betrat, hatte ich doch tatsächlich abgenommen! Fragt sich wie?!
Also, aus meinen Erfahrungen schliessend könnte meine neue Diät jetzt „ein Bier mehr dafür eine Tortilla weniger“ heissen, aber ich zweifle da doch ein wenig am gesundheitlichen Wert. Muss wohl doch fdH her. Oder fvg (friss viel gesundes).

Und bei der ganzen Hirnerei darüber, wie ich innert kürzester Zeit möglichst viel Babyspeck (Jawohl, besagtes kann man auch in meinem Alter noch haben – alles eine Frage der Perspektive) verliere, drängt sich mir der Gedanke auf: Warum? Ich weiss, diese Frage wurde schon in allen Medien, in allen Kolumnen und unter allen Frauen sowieso diskutiert, aber ich möchte doch auch noch meinen Senf dazugeben. Warum meinen wir Frauen immer wir müssen uns dem Barbie-Bild angleichen und hungern uns alles weg?? Sind die Medien die schuldigen? Aber sind wir denn nicht fähig, und ein gesundes Menschenbild auch anhand von „normalen“ Menschen aus unserer Umwelt zu machen? Hallo-ho, Realitä-hät! Sind es die Männer, die wir Frauen ja immer wieder gerne für alles mögliche beschuldigen? Nein, diesmal nicht, denn ich denke jede Frau wird an dieser Stelle antworten, dass sie sich einfach wohl fühlen wollen. Wieso fühlen wir uns mit nur ein bisschen mehr Speck am Bauch bereits so dermassen verunstaltet?
Wieso werden wir da alle plötzlich oberflächlich? Jaja, ich weiss, Floskeln wie „wahre Schönheit kommt von Innen“ sind inzwischen abgedroschen. Aber dennoch ist sie war, solang das Innere nicht zu sehr nach aussen drückt. Und zudem, sind wir doch gefälligst Individuen, nicht eine Armee von alles gleich aussehenden Püppchen!! Und verdammt, dann hab ich jetzt halt ein Kilo zu viel, dafür hab ich das feine Nachtessen gestern auch richtig geniessen können, samt Nachttisch – das ist es mir doch allemal wert!

Also ich lass das Diäten sein, geniesse mein Leben und das Essen, aber in Massen. Und wems nicht passt, der soll sich halt eine andere suchen! Ich hab keine Lust dauernd zu Hungern, nur damit ich während ein paar Tagen am Strand nicht den Bauch einziehen muss. Die einzige Diät für die ich noch zu begeistern bin ist „popp dich schlank“ - einmal weniger zum Kühlschrank davor einmal mehr Sport in der Horizontalen. (Auch an dieser Stelle bin ich mir sicher, alle möglichen Kommentare schon zu kennen).

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