Freitag, 7. November 2008

Untergang der Rudolf-Steiner Schulen?

Ich muss hier einfach mal Dampf ablassen über eine Ungerechtigkeit, die meiner Meinung nach zu weit geht. Mir ist klar dass ich hier eine Institution zum Teil bloss stellen werde, aber ich sehe nichts falsches dabei, ungerechtes und unreifes Verhalten aufzudecken. Falls sich danach jemand bei mir perönlich darüber beschweren möchte darf derjenige gerne einen Kommentar hinterlassen den ich auch gerne beantworte. (Sofern überhaupt jemand diesen Blog liest?!).

So. Ein Kind…ok, eigentlich schon Jugendlicher, den ich kenne, ging bis vor kurzem auf eine Rudolf-Steiner-Schule hier in de Schweiz. Nennen wir den Jugendlichen M. aus A. (Name der Redaktion bekannt Hihi). Da die Schule ab einer gewissen Stufe leider nicht mehr die erwünschten edukativen Leistungen erbracht hat, haben die Eltern von M. mit ihm gemeinsam entschieden, dass er aufs Gymnasium wechseln wird. Eine vernünftige, rationale Entscheidung. Zeitgleich haben dies, aus den gleichen Gründen, noch weitere Eltern beschlossen, die ihr Kind an besagter Schule hatten. So, M. an neuer Schule, glücklich weil er endlich die entsprechende Herausforderung hat und viele Neue Sachen lernt, Eltern auch glücklich über seine Fortschritte. Die Mutter von M. geht kurz nach Schulbeginn mal wieder an besagte Steiner-Schule, da sie dort etwas abholen muss. Sie kennt die Lehrer dort schon seit Jahren, da Geschwister von M. auch schon dort zur Schule gingen. Im Gang kommt ihr eine ehemalige Lehrerin M’s entgegen, die unter anderem auch die Mitbegründerin dieser Schule ist, und mit der sie bisher ein eher freundschaftliches Verhältnis verband. M’s Mutter grüsst freundlich, und – wird ignoriert. Sie wird fortan von fast allen Beschäftigten dort ignoriert, weil sie, oh Ausgeburt des Teufels, es gewagt hat M. von der Schule zu nehmen. Wie kann sie nur! Welch unerhörte Frechheit! Sie und ihr Mann, so wie andere Eltern die ihre inder von der Schule nahmen, wurden sogar als (Zitat) "Verräter" beschimpft.
Wieso kann ein/e Erzieher/in die Beweggründe von M’s Eltern, und auch von M. selber nicht verstehen? Dass er an dieser Schule unterfordert war, und zwar weil die meisten Lehrkräfte dort leider nicht über eine genügend gute Ausbildung verfügen, um ihren Schülern schulisch das gleiche zu bieten wie die Staatsschule. M. hat heute noch Mühe mit der Rechtschreibung, weil seine Klassenlehrerin dort tatsächlich meinte, der Inhalt eines Textes, und natürlich ein schön gemaltes Bild dazu, seien wichtiger als die Rechtschreibung und Grammatik. Und so etwas von einer Lehrperson?!
So. Und als wäre das nicht genug, ist kürzlich noch folgendes geschehen: M. ging statt wie üblich mit dem Fahrrad, mit dem Bus zur Schule. Er freute sich schon sehr darauf, da seine ehemaligen Klassenkameraden der Steiner Schule denselben Bus zu benutzen pflegen. So hat er diese dann auch angetroffen, doch sie haben ihn knallhart ignoriert.

So, liebe Steiner Lehrer (dies soll keine Verallgemeinerung sein, sondern ist an all diejenigen sturen, kurzsichtigen, uneinsichtigen Menschen gerichtet, die vor lauter weltfremder, eigenbrötlerischer Anthroposophie die Realität aus den Augen verloren haben): Es ist eine Sache, dass ihr es den Eltern persönlich nehmt, wenn sie ihre Kinder von „eurer“ Schule nehmt. Wobei bereits das in meinen Augen ein äusserst unreifes Verhalten ist, dass von einem Weltbild zeugt, welches wohl nicht über die eigene Nasenspitze hinausgeht. Aber, dass ihr die KINDER mit einbezieht, statt ihnen frei und kritisch denken beizubringen sie auf die hinterhältigste Art beeinflusst, das ist wirklich die Höhe. Mir fällt nicht einmal mehr ein Ausdruck ein um so etwas zu umschreiben. Mal ganz abgesehen von einem total geknickten M., der nun wirklich nichts dafür kann, dass eure didaktische Ausbildung es anscheinend nicht mit der eines Gymnasiallehrers aufnehmen kann.
Anstelle euch zu verhalten als befändet ihr euch noch in der vorpubertären Phase eures Lebens, solltet ihr euch vielleicht mal hinsetzten und überlegen (Oh ja, man kann diese graue Masse tatsächlich auch dazu verwenden), euch überlegen WARUM denn so viele Eltern ihre Kinder von der Steiner Schule nehmen. Wäre diese nämlich so gut und unfehlbar wie ihr behauptet, wäre dies nicht der Fall. Nehmt mal eure rosaroten eurythmischen Schleier von den Augen und fangt an logisch zu denken und zu handeln, statt euch so zu benehmen, dass sich nicht jeder ehemalige Steiner Schüler dafür schämen muss, mal in eurem Verein gewesen zu sein.
Ich war in eurem Verein, und ich habe Bücher über das Prinzip und die Ideen von Rudolf Steiner gelesen. Seine Ideen sind gut, seine Ideen sind umsetzbar, aber nur mit fähigem Lehrpersonal, dass heute anscheinend sehr schwer zu finden ist.
Die betroffenen Lehrpersonen scheinen ein lebendes Beispiel dafür zu sein, wie schnell eine gute Idee zugrunde gehen kann, wenn sie von den Menschen falsch weitergegeben und interpretiert wird. Schade.

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